Solar-News Thüringen
Schott baut Solarstandort Jena aus
Kategorie: Solar-NewsDie Solartochter des Mainzer Schott-Konzerns will weiter wachsen. Deshalb investiert das Unternehmen erneut am Standort Jena und baut die Fertigungskapazitäten aus. Inzwischen produziert Schott Solar in drei Werken in Thüringen.
Jena. Erst vier Jahre sind vergangen seit sich die Solartochter des Schott-Konzerns in Jena angesiedelt hat. Doch in diesem verhältnismäßig kurzen Zeitraum hat sich einiges getan. Mittlerweile fertigt das Unternehmen in drei Werken in der Saalestadt.
In der Fabrik in der Ilmstraße in Jena ist die Fertigung der Siliziumblöcke für die späteren Solarzellen konzentriert. Hier gab der Vorstands-Chef von Schott Solar Martin Heming am Donnerstag auch die Entscheidung zu einer weiteren Investition in den Standort bekannt. "Mit einer Investition in mittlerer zweistelliger Millionenhöhe entsteht die weltweit modernste Fertigung zur Herstellung von Solar-Siliziumwafern", sagte Heming. Das Unternehmen werde seine Fertigungskapazitäten schrittweise von heute 250 Megawatt auf 500 Megawatt verdoppeln. Eine Leistung, die der eines halben Kernkraftwerkes entspricht und mit der sich 125.000 Haushalte versorgen ließen, erläuterte der Geschäftsführer der Schott Solar Wafer GmbH Patrick Markschläger.
70 neue Arbeitsplätze
In Jena habe Schott Solar seit seiner Ansiedlung damit insgesamt schon mehr als eine Viertel Milliarde Euro investiert, informierte Martin Heming. Gegenwärtig zählt das Unternehmen rund 630 Beschäftigte in der Saalestadt. Durch die Erweiterung der Fertigung sollen rund 70 neue Arbeitsplätze entstehen, kündigte Heming an.
Am Thüringer Standort fertigt Schott die Wafer, aus denen die Solarzellen entstehen, für seine Werke weltweit. Die dünnen Scheiben, mit einer Stärke von gerade einmal 0,18 Millimetern, werden laut Markschläger vor allem für den Hauptkunden, die Mutter Schott Solar, erzeugt. Doch auch andere Unternehmen der Branche setzen auf Siliziumscheiben aus der Fabrik in Thüringen.
Nachfrage größer als die Fertigung
Etwa die Hälfte der Fertigung verbleibt gegenwärtig noch in Deutschland, die andere Hälfte wird exportiert. Angesichts der anhaltenden Unsicherheiten in der Förderung der Solarwirtschaft in Deutschland müsse man sich Märkte im Ausland erschließen, sagte Heming. Er verwies auf ein wachsendes Interesse an der Technik auf dem US-amerikanischen Markt. Im Bundesstaat New Mexiko fertigt Schott Solar in einem Werk Solarzellen. Die Grundlage dafür - die Wafer - kommen aus Deutschland. Auch in Frankreich, Italien und Tschechien entwickelt sich die Nachfrage nach Solaranlagen laut Heming derzeit gut.
Auf dem deutschen Markt ist die Nachfrage nach Solarzellen und -modulen derzeit größer als die Fertigung, berichteten die Schott-Manager. Es gebe einen regelrechten Wettlauf um Dachanlagen, um so noch in den Genuss einer höheren Einspeisevergütung zu kommen.
Furcht vor spanischen Verhältnissen
Von der deutschen Politik erwartet Martin Heming vor allem verlässliche Rahmenbedingungen. Es sei alles andere als einfach, mit einer Verringerung der Förderung um 39 Prozent binnen eines Jahres klar zu kommen. Wohin derart drastische Veränderungen letztlich führen könnten, sei in Spanien zu beobachten. Dort sei nach einer Förderkürzung und aufwendiger Bürokratie für neue Anlagen der Solarmarkt binnen Jahresfrist fast vollständig zusammengebrochen.
Quelle: Thüringer Allgemeine, Bernd Jentsch, 03.09.10, www.thueringer-allgemeine.de
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